Solidarisches Preppen – Zwischen Härte und Empfindlichkeit

Die Spaltung unserer Gesellschaft drückt sich in Dynamiken aus, die auch als Kulturkampf und Identitätspolitik beschrieben werden. In ihrer extremsten Form führen diese auf der einen Seite zu extremer Härte und einer Logik des Rechts des Stärkeren und auf der anderen Seite zu übermäßiger Empfindlichkeit. Letztere ist von dem Wunsch getragen, alle Interessen und Identitäten zu berücksichtigen. In der Konsequenz kann dies jedoch zu Handlungsunfähigkeit führen, weil sich die verschiedenen Interessen irgendwann unversöhnlich und unvereinbar gegenüberstehen.

Es ist wohl eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, uns aus diesen Dynamiken und den ihnen innewohnenden Logiken zu lösen und Räume zu schaffen, in denen Verbindung erlebt werden kann.

Auch das solidarische Preppen steht vor dieser Herausforderung. Der alleinige Anspruch, sich vom rechten Preppertum abzugrenzen, reicht nicht aus. Ein Ausschlagen in die entgegengesetzte Richtung scheint daher ebenfalls eine Sackgasse darzustellen. Welche Möglichkeiten gibt es, sich jenseits dieser Pole zu positionieren?

Die Idee des solidarischen Preppens hat es geschafft einen Raum zwischen Utopie und Fatalismus zu öffnen. Ich würde mir wünschen, dass es möglich wird, eine Haltung zu entwickeln, die wertebasiert und pragmatisch zugleich ist. Sie muss nicht perfekt sein, sondern hinreichend gut, um uns möglichst gut durch eine Zukunft zu begleiten, die viel Leid und Entbehrung mit sich bringen wird – unabhängig davon, ob es uns gelingt, diese Dynamiken zu überwinden.

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